Unkrautbekämpfung im Rasen

Unkräuter sind in Rasenflächen generell unerwünscht. Im Zierrasen stören sie den Gesamtaspekt und führen
häufig zu lückigem Rasen durch Verdrängung der Gräser.

Im Golfrasen erschweren sie das Auffinden der Bälle oder Beeinträchtigen die Schlagweiten durch schlechte
Balllagen. Besonders die teilweise dichten Weißkleenester, aber auch die üppigen Blattrosetten der
Gänseblümchen sind hier zu nennen.

Weißklee breitet sich besonders gerne auf nicht gedüngten Flächen aus, da er in der Lage ist, den für das
Wachstum wichtigen Stickstoff aus der Luft zu nutzen und so gegenüber den Gräsern einen entscheidenden Vorteil hat.
Außerdem bleiben Kleesamen im Boden über Jahrzehnte keimfähig. Bei Verletzung der Grasnarbe oder auch nur bei
günstigen (feuchten) Bedigungen entwickeln sich daraus schnell neue Pflanzen.

Deshalb müssen stärker befallene Flächen meist jährlich mit selektiven Herbiziden (= künstliche Wachstumshormone,
die nur bei bestimmten Pflanzenarten wirken) behandelt werden. Dazu muss der Platz (bzw. mind. je 9 Loch)
gesperrt werden. Entscheidenden Einfluß auf den Erfolg der Maßnahme hat das Wetter :

  • Windstille (um Abdrift zu vermeiden)
  • mind. 4 Stunden nach Applikation kein Niederschlag
  • Temperaturoptimum etwa 18-25 °C
  • bei höheren Temperaturen ebenso wie während Trockenperioden ist die Wirkung unzureichend.

  • Außerdem ist für die Aufnahme des Wirkstoffes ausreichend Blattmasse erforderlich, d.h. der letzte Schnitt sollte
    vor 2 Tagen erfolgt sein, der nächste darf nicht vor 4 Tagen erfolgen.

    All diese Vorgaben zu erfüllen ist im Golfbetrieb nicht so leicht möglich.

    Aerifizieren

    Das Aerifizieren ( = Belüften) zählt zu den wichtigsten Pflegemaßnahmen auf strapazierten Rasenflächen.
    Für die langfristige Bespielbarkeit einer Rasenfläche ist eine ausreichende Wasserdurchlässigkeit der Rasennarbe
    die wichtigste Voraussetzung.Belastung durch Tritt, aber auch durch Pflegemaschinen, führt zu Verdichtungen im Boden
    Verdichtungen und Rasenfilz verhindern das Eindringen von Wasser und Sauerstoff in den Boden.

    Rasenfilz ist organisches Material, das sich verstärkt auf abgemagerten, biologisch schwach aktiven Böden bildet.
    Die Filzschicht besteht aus abgestorbenen Grastrieben und Wurzeln. Sie führt bei Nässe zu weichen Grüns und wirkt
    wie ein Schwamm, der eine gleichmäßige Durchfeuchtung des Bodens (bzw. der Rasentragschicht) verhindert.

    Die Folge ist vermindertes Wurzelwachstum. Die Wurzeln gehen außerdem nicht tief in den Boden ,
    sondern breiten sich nur in einer flachen oberen Schicht aus.

    Die Wasser- und Nährstoffdurchlässigkeit in tiefere Schichten wird reduziert.

    Die Rasennarbe ist nicht mehr belastbar.

    Eine zu starke Verfilzung kann zu größeren Problemen beim Spielbetrieb führen (z.B. Wasserstau und/oder Trockenstellen).

    Verdichtungen und Rasenfilz machen den Einsatz von mechanischen Maßnahmen zwingend erforderlich, um die Flächen
    funktionstüchtig zu erhalten. Während das regelmäßige Aerifizieren der Grüns und Abschläge im GCW seit Jahren zur
    Standardpflege zählt, wurden Fairways erstmalig im April 2008 aerifiziert. Dabei wurden Erdkerne (Cores) ausgestochen
    und in einem zweiten Arbeitsgang maschinell abgeräumt.

    Das anschließende Besanden der ausgestochenen ca. 6 cm tiefen Löcher (ca. 300 Löcher pro m²) dient dem Stabilisieren
    der entstandenen Hohlräume. Mit einer Spezialbürste wurde der Sand in die Löcher eingeschleppt. Wegen der großen Fläche
    erforderte diese Maßnahme einen hohen logistischen Aufwand:

    In nur vier Tagen wurden mit drei Aerifizierern, drei Sammelgeräten und zwei Großflächensandstreuern alle Spielbahnen
    bearbeitet. 760 Tonnen Sand wurden ausgebracht und eingeschleppt. Gleichzeitig wurden auch die Grüns aerifiziert.
    Zeitweise waren bis zu 20 Personen im Einsatz.

    Schnitthöhe der Fairways

    Bei der Festlegung der optimalen Schnitthöhe auf den Fairways sind in erster Linie zwei Punkte zu berücksichtigen:
    1. die vorherrschenden Grasarten und 2. die Spielstärke der Mitglieder. Die niedrigen Handicaps verlangen allgemein
    niedrige Schnitthöhen, die höheren Handicaps wollen höheres Gras. Hier versuchen wir, die Mitte zu treffen.
    Bei den Gräsern haben wir nach über 25 Jahren Entwicklung keine einheitlichen Bestände mehr auf den Fairways.
    Wir müssen uns hier theoretisch nach der Grasart im Bestand richten, die den niedrigsten Schnitt verlangt und das
    ist das Straußgras (agrostis stolonifera). Dieses neigt dazu waagrecht zu wachsen und bei höherem Schnitt total
    zu verfilzen. Optimale Schnitthöhe für dieses Gras wäre etwa 11 mm.

    Wir schneiden unsere Fairways das ganze Jahr über auf 15 mm (und das schon seit über 5 Jahren) und liegen damit
    auf dem Standard guter Golfplätze. Der Trend geht jedoch mit der Verwendung neuer Grassorten zu immer kürzeren
    Schnitthöhen. Auf den Spitzenplätzen werden die Fairways mittlerweile bei 12 - 13 mm geschnitten. Deswegen wurden
    unsere Fairways auch im den letzten Jahr in den Leading Ratings nicht so gut bewertet.

    Ein anderer Punkt ist noch, dass das subjektive Empfinden der Schnitthöhe sehr unterschiedlich ist.
    Wenn es so trocken wie im vergangenen April ist, wachsen die Gräser kaum und die aktuelle Grashöhe entspricht immer
    der Schnitthöhe. Zudem wirkt sich der harte Boden negativ auf das Empfinden aus. Bei feuchten Verhältnissen ist die
    aktuelle Grashöhe schon 12 Stunden nach dem Schnitt 15 - 20 % höher als die Schnitthöhe und der weiche Boden
    dämpft den Schwung. Die Beregnungsanlage kann hier keinen Ausgleich schaffen. Wir können nur etwa 2 Liter Wasser pro m²
    und Nacht ausbringen und das reicht nur um den Rasen grün zu halten - den Boden erreicht diese Wassermenge nicht.
    Die Schnitthöhe ständig zu ändern würde für den Rasen mehr Stress bedeuten.

    Ein letzter Punkt ist, dass unsere Fairways relativ uneben sind und die Anpassungsfähigkeit der Mäheinheiten
    technische Grenzen hat. Entsprechend ist natürlich die tatsächliche Schnitthöhe auf den Kuppen niedriger als die
    eingestellte. Liegt der Ball auf der Kuppe, ist subjektiv das Fairway zu kurz geschnitten. Die Situation wird sich
    aber mit den zukünftigen Besandungsmaßnahmen Stück für Stück verbessern.